– Tengoku e no mado –

Ein in sich ruhender Garten erfüllt beim Betreten unseren inneren Wunsch, in Wohlgefühl einzutauchen. Die alltägliche Welt und Ihre Herausforderungen treten zur Seite, Gelassenheit und Freude finden nun Raum. Die offene Begegnung mit einem wunderschönen Objekt oder einer Blüte, die uns erfüllt, befreit unsere Sinne und verbindet uns in diesem Augenblick mit unserem innersten Wesen. Beim Verlassen dieser Geborgenheit geht alle Lebendigkeit des Gartens mit uns und stiftet mutig an, unser Potential voll zu entfalten. Und wir kehren so lange immer wieder sehnsüchtig in diesen geborgenen Raum zurück, bis wir diesen in uns selbst gefunden haben, eins mit dem Garten als Spiegelbild.

Da das Wesen des Zen etwas Unsichtbares ist, wird versucht, es durch Formalität auszudrücken. Mit einfachen Mitteln das Große und Ganze zum Ausdruck bringen, den Garten zu vereinfachen, zu seiner Essenz zu gelangen, die Natur in geläuterter Form darzustellen. Einen Raum zu schaffen, der dem Geist dazu dient, seine Empfangsbereitschaft für die einfachen kleinen Dinge neu zu sensibilisieren, die häufig vom alltäglichen Leben überdeckt sind.

Mitten im Gemüseanbaugebiet Knoblauchland bei Nürnberg sollte ein Garten nach den voranstehenden Kriterien entstehen, entspannt zwischen Wohnhaus und Regenrückhalte-Teich.

Durch die architektonische Form eines gestreckten Teehauses wurde ein Schaufenster vor dem Badesee installiert und somit eine reflektierende Wasserfläche mit Weite erzeugt, das Fenster zum Himmel. Zwischen Teehaus und Wohnhaus befindet sich ein Senkgarten, dreireihig quadratisch eingefasst mit Dolomiten- und Basaltplatten;  im Meer der Kiesfläche markieren vier individuelle Gartenbonsai (Pinus nigra) mit Steinsetzungen Inseln, die miteinander in Beziehung stehen.  Der äußere Rahmen des Gartenraums wird gebildet durch Baumreihen mit Japanischen Blütenkirschen (Prunus serrulata), sowie periphere mit einer Eibenhecke (Taxus Baccata)

Den tieferen Sinn dieser reduzierten, schlichten Planung zu vermitteln, war die große Herausforderung. Unterstützend wurde der Garten zunächst digital als 3D-Version erstellt und dem Kunden präsentiert. Daraus wuchs die Klare Entscheidung zur Umsetzung des Gartens. Als Herausforderung blieb nun, die mit den digitalen Medien erzeugten Erwartungen tatsächlich zu 100 % in Realität abzubilden.